☆ Love – and the touch within sisters…

Berührung ist essenziell für uns Menschen, denn die haptische Verbindung kreiert ein Wunderwerk für unsere Sinne. Das ist auch der Grund, weshalb es sich so gut anfühlt ein Baby zu halten oder eine Katze  zu streicheln. Ich glaube, wir könnten uns alle viel öfters berühren. 

Dabei gibt es für mich zwei Arten an Kontakt: den sexuellen und den sinnlichen. Aus dem letzten kann der erste werden, muss es aber nicht, denn, wie erwähnt, ist Sex für mich in seiner Bedeutung durch die Tabuisierung missverstanden. Bereits eine rein sinnliche Berührung entfaltet ein ganzes Bündel an Empfindungen, die für sich genommen für perfekte Momente sorgen. 

Dabei kann eine sinnliche Berührung darin bestehen, ganz bewusst die Teetasse zu den Lippen zu führen und zu spüren, welche Sensationen bei diesem doch sonst üblicherweise so alltäglichen Griff wahrgenommen werden können. 

Wenn ich Gegenstände abzeichne, die an sich als langweilig eingestuft werden könnten (wie etwa einen prall gefüllten Fruchtkorb) mache ich genau das auf visueller Ebene. Ich frage mich in welchem Bereich das Tageslicht einfällt, wo es Schattenvariationen gibt, welche verschiedenen Rottöne zu sehen sind … ich taste mich mit Neugierde voran, entdecke und spiele mit meinen Sinnen. 

Mit dieser aufmerksamen Neugierde können aus üblichen Berührungen zwischen zwei Menschen kleine Wunderwerke entstehen. Dazu bedarf es meines Erachtens nach nicht das andere Geschlecht. Im Gegenteil: ich glaube, dass wir alle davon sogar profitieren würden, wenn gleichgeschlechtliche Menschen ihre Hürden der Berührung ablegen würden. Gerade Frauen, so meine persönliche Erfahrung, genießen Haptik. Bereits ein in den Arm halten vermittelt Geborgenheit, Sicherheit und Liebe. Es ist einzigartig, wenn das Haar gebürstet wird oder der Rücken sanft gestreichelt.

Wenn wir Frauen das untereinander öfters praktizieren würden, vielleicht als ein sinnliches Sisterhood, dann glaube ich würden sich viele Bereiche entspannen. Zum einen wäre es eine Bereicherung, weil sich weniger Bedürftigkeit zeigen könnte. Durch das Miteinander auch auf körperlicher Ebene werden Empfindlichkeiten gestillt, die sonst vielleicht dazu führen könnten, sich voreilig in einen one night stand zu stürzen oder an den eigenen Partner Erwartungen zu richten, die dieser nicht erfüllen kann/ muss. 

Würden wir Frauen uns den sinnlichen Austausch sogar mit mehr Nacktheit erlauben, könnte diese weiter an Normalität gewinnen. Die Akzeptanz der eigenen Körperform könnte gesteigert werden, weil wir alle doch in unserer individuellen Imperfektion gerade so wunderbar perfekt sind. Wir müssten das nur öfters sehen – wie etwa sich selbst in den Augen der anderen.

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